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Gruppen
Jugendfreizeit im Ith - Juni 2016

Nach vielen Jahren Pause konnten wir endlich einen weiteren Wunsch unserer Sektionsjugend erfüllen. Wir fuhren mit der Jugendgruppe in den Ith, um an echten Felsen zu klettern.
10 Kinder und Jugendliche meldeten sich an, um ihre ersten Klettererfahrungen an natürlichen Felswänden zu sammeln. Trotz anfänglicher Sorgen über das ehrenamtliche Personal fanden sich schlussendlich 5 Betreuer/innen, die sich von Freitag Nachmittag bis Sontag Abend Zeit nahmen. Der Aufwand hat sich für alle Beteiligten gelohnt, denn wir hatten ein wunderbares Wochenende voller Spaß, Abenteuer und neuer Erfahrungen. Ith

Freitag, 10. Juni
Um 15 Uhr trafen die meisten Jugendlichen mit ihren Eltern an der Hochschulsporthalle ein. Gerrit verzögerte sich mit der Ankunft des VW Busses und als endlich alles Gepäck verstaut war, zeigte die Uhr bereits viertel vor vier. Noch ein letztes Mal durchzählen und los ..., neun Jugendliche ... , kann gar nicht sein… also noch einmal durchzählen, dann aber wirklich los. Immer noch neun Jugendliche ... Es musste also jemand fehlen, ein kurzer Blick auf die gut vorbereiteten Listen und ein Telefonat später stellte sich heraus, dass nicht alle Teilnehmer die Sache mit der Uhr auf die Reihe bekommen hatten. Aber durch einen Abholservice direkt zu Hause wurde auch dieses Problem gelöst. Am späten Nachmittag erreichten wir den JDAV-Zeltplatz des Landesverbandes Nord in Lüerdissen. Die hintere Waldwiese ist für Gruppen reserviert und da wir die einzige Gruppe waren, hatten wir viel Platz.
Der Aufbau der Zelte verlief erfreulich problemlos. Bereits nach einer halben Stunde waren alle Zelte bezugsfertig und wir konnten mit dem Abendessen beginnen. Für den ersten Abend hatte jeder sein eigenes Essen dabei, es reichte von einfachen belegten Broten bis zu aufwendiger Tomatensuppe mit Nudeln.
Ith Als alle satt waren, führte Gerrit die Gruppe über den Zeltplatz und erklärte die Einrichtungen und Regeln. Nicht alle waren davon begeistert, dass es keinen Strom, nur kaltes Wasser und französische Hocktoiletten gab.
Als Abschluss der Führung wanderten wir zu den Felsen, auch da gab es viele wichtige Regeln zu lernen und zu beachten. Gerrit erklärte die Vereinbarungen zwischen Sportkletterern und Naturschützern. Es wurde allen klar, dass nur die Einhaltung dieser Regeln ein komplettes Kletterverbot im Naturschutzgebiet verhindern kann. Endlich durften alle kurz an den Fels ein bisschen Bouldern bei Taschenlampenlicht.
Als wir wieder auf dem Zeltplatz zurückkamen, war es bereits recht dunkel. Wir gesellten uns zu einer anderen Gruppe ums Lagerfeuer und vertrieben uns die Zeit mit mathematischen Rätseln. Eine kniffliges Problem war beispielsweise das Folgende: Zwei Spieler sitzen an einem runden Tisch und legen abwechselnd gleichgroße runde Münzen auf den Tisch. Die Münzen müssen liegen, dürfen nicht gestapelt werden und nicht über den Rand des Tisches hinausragen. Die Spieler sind in der Lage die Münzen beliebig genau auf dem Tisch zu platzieren, bereits liegende Münzen dürfen nicht verschoben werden. Wer als erstes keine Münze mehr auf den Tisch platzieren kann, verliert. Ist es klüger, das Spiel zu beginnen oder den Gegner beginnen zu lassen? Nach und nach verschwanden alle in ihren Zelten.
Ith Samstag, 11. Juni
Wie geplant stand der Brötchendienst schon gegen halb acht am Zeltplatzeingang um das Frühstück für immerhin zehn Heranwachsende und fünf Betreuer zu sichern. Der Bäcker kommt zwar erst gegen 8:00 Uhr doch Gerrit hatte vor martialischen Zuständen auf dem ansonsten so beschaulichen Ith- Zeltplatz gewarnt, sollten dem Bäckerwagen, welcher am Wochenende extra einen Schlenker über den Ith-Pass einlegt um die hungrigen Kletterer zu versorgen, einmal die Brötchen ausgehen. Auch der härteste Alpinist hinter uns in der Schlange bekam es etwas mit der Angst zu tun, als er hörte, dass die drei kleinen Deich-Kletterer von der Ostseeküste, die ganz vorn in der Schlange standen, 50 Brötchen bestellten. Doch dieses Mal ging alles gut. Es gab genug für alle und nächstes Mal bestellen wir vor :)
Den Vormittag verbrachten wir an der Nordseite des Buchenschluchtfelsens. Dort gab es gut geeignete Routen für diejenigen unter uns, die zum ersten Mal am Fels kletterten. An der Westseite haben wir noch zwei Seile in schwierigere und längere Routen eingehängt. So war für jeden etwas dabei.
Ith Nachmittags wechselten wir direkt nebenan auf die Südseite des Zwillings. Dort konnten wir oben am Felskopf aussteigen und uns danach wieder ablassen. Der Zwillingsfelsen hat einen sehr großen zweigeteilten Felskopf mit einem großen Spalt in der Mitte, worauf wohl sein Name zurückzuführen ist. Da oben gab es keinen Schatten, die Sonne brannte und es war sehr warm. Dafür war die Aussicht perfekt. Alle kletterten hoch, stiegen oben aus und nach einer langen Pause ließ Gerrit sie von oben wieder ab. Auf unserer nächsten Tour wollen die Jugendlichen selbst abseilen, dafür üben wir nochmal zu Hause. Obwohl alle Jugendlichen am Morgen einhellig der Meinung waren, bis zum Dunkelwerden klettern zu wollen, stellten sich gegen 16 Uhr erste Ermüdungserscheinungen ein.
Zum Abschluss des Tages kletterten wir am Teufelstrichter. Aber nach kurzer Zeit wollten alle zum Grillen auf den Zeltplatz. Den Grill bastelten wir aus vorhandene Resten, die wir auf dem Zeltplatz fanden. Anfeuern und Garen des unterschiedlichen Grillgutes übernahmen die Jugendlichen selbst, so dass wir Erwachsenen etwas abseits saßen und darauf hofften, etwas abzubekommen. Auch das klappte sehr gut. Als alle satt waren, spielten wir Der Willi ist krank und saßen noch lange auf der Decke. Es war ein sehr schöner Abend, den wir wieder am Lagerfeuer ausklingen ließen. Sehr bald verabschiedeten sich nach und nach alle in ihre Zelte. Ith
Sonntag, 12. Juni
Der Sonntagmorgen begrüßte uns mit Nieselregen. Wir bauten deshalb die Zelte noch nicht ab, sondern frühstückten erst. Die Brötchen hatten wir vorbestellt, so dass beim Bäcker keine Engpassängste aufkamen. Nach dem Frühstück entschieden wir uns, erst klettern zu gehen und danach die Zelte abzubauen.
Wir begannen, wo wir gestern aufgehört hatten, am Teufelstrichter. Dort durchstiegen fast alle von uns den Mittelweg, den Nasenweg und das Zwischenspiel. All diese Routen hatten schon einige knifflige Stellen zu bieten. Während ein Teil der Gruppe unten die mehr als senkrechten Wände bezwang, genossen andere die bald recht sonnige Aussicht vom Felskopf. Durch die gute Zusammenarbeit von Kletterern und Naturschützern im Ith ist es möglich, einige der Felsköpfe zu betreten, andere sind dagegen tabu. So kommen Freizeitsportler und Natur gleichermaßen zu ihrem Recht. Der Felskopf des Teufelstrichters ist sehr zerklüftet, trotzdem können bequem einige Kletterer oben sitzen und die von unten heraufkletternden am Ende ihrer Route begrüßen.
Ith Um die Mittagszeit wurde es Zeit aufzubrechen. Für viele von uns war die Zeit viel zu schnell verflogen. Es hatte inzwischen aufgehört zu nieseln, die Zelte waren getrocknet und bei schönstem Sonnenschein packten wir alles zusammen. Zwei Uhr nachmittags fuhren wir wieder Richtung Norden, nicht ohne die für Ith-Kletterer obligatorische Pause an der Eisdiele in Elze. Der lange Andreas sorgte für gute Stimmung, indem er sich das Regenwasser von der Zeltplane vor der Eisdiele unbeabsichtigt in den Nacken goss. Nachdem wir wieder in den Autos waren, fing es bald an stark zu regnen. Nach einigen Verzögerungen auf der Autobahn waren gegen halb sieben abends alle wieder zurück in Lübeck.

Timm Bußhaus