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Bild1 Ein Lübecker auf der "Leipziger Perle"
Arbeitseinsatz auf der Sulzenauhütte

Ein Bericht von Dietmar Zahn

Am 04.06.17, einem Sonntag früh um 6.00 Uhr, ging es wieder einmal zum Arbeiten auf die Sulzenauhütte.
Die Zugverbindung war perfekt, ohne jegliche Verspätung (geht doch!) ging es über München und Innsbruck, von da an mit dem Bus Linie 590 ins Stubaital.
Letztlich kam ich ganz entspannt auf der Hütte an. Dort wurde ich herzlich und vielleicht auch etwas erleichtert empfangen; erleichtert, weil die Anzahl der Helfer doch sehr übersichtlich war. Letztlich waren neben den Pächtern Susanne und Sigmar noch Matthias und Sieghard aus Leipzig anwesend, in der Woche kam dann auch noch Jan dazu. Ein kleines, aber auch sehr motiviertes Team, auf das jede Menge und auch recht unterschiedliche Arbeiten wartete.
Nach einer guten Nacht im Leipziger Sektionszimmer ging es dann früh los. Wer gern mit Holz zu tun hatte, fand in den Holzlagern reichlich Arbeit. Es wurde ausgeräumt, aussortiert und geschichtet, das Winterlager bekam neues Brennholz, die Kreissäge kam kaum zum Stillstand. So ganz entspannt vor sich hinarbeiten war allerdings auch nicht drin, weil parallel dazu auch noch andere "Baustellen" drinnen und draußen die ganze Aufmerksamkeit forderten; in Sachen Energie, Wasser und sanitäre Anlagen konnte sich Matthias richtig austoben. Irgendwann war dann doch Feierabend und zumindest ich war froh, diesen ersten Tag ganz gut geschafft zu haben (wer liebt schon den Montag?).
Wer jetzt wissen möchte, wie denn die Versorgung war: Susanne und Sigmar gaben unter erschwerten Bedingungen wirklich alles, um uns bei guter Laune zu halten. Ich weiß, dass es nicht immer leicht war. Um so mehr gebührte ihnen unsere Anerkennung!
Auch der nächste Arbeitstag begann früh und gestaltete sich vielfältig. Nach Innen- und Außenarbeiten am Schlafhaus mussten wir hoch zum Tiroler Wehr am Gletscherbach, die Siebe sollten vom Geschiebe gereinigt und der Zustand des Wehres dokumentiert werden.
Und dann folgte die, zumindest für mich, "schönste" Arbeit der Woche ... nämlich der Einsatz in der Sackfilteranlage. Die Filtersäcke, voll mit separiertem Fäkalschlamm, mussten ausgetauscht werden. Es gab reichlich Säcke! Passend dazu stellte sich noch richtiges Sauwetter ein, es wurde auch zunehmend kälter (was für genau diese Arbeit eigentlich nicht das Schlechteste war ... Geruchsminderung!). Was für ein Nachmittag, er wird mir noch länger in Erinnerung bleiben! Die Säcke werden übrigens später vom Heli ins Tal befördert, es hat also alles seine Ordnung. Das wirklich Schönste dieses Tages war die dann folgende heiße Dusche und Erleichterung, auch diese Arbeit geschafft zu haben. Dass dann noch Starkwind und leichter Schneefall aufkamen, ist eher eine Randbemerkung, der Abend verlief trotzdem noch ganz entspannt.
Der nächste Tag, ein Mittwoch, gehörte der Seilbahn und der Gasversorgung. Die Seilbahn brauchte eine Überprüfung durch eine Firma, die Flaschengasanlage bekam einen neuen Standplatz hinter der Hütte. Wir sind dann nochmals hoch zum Wehr, Sighard kann eine Sperre lösen, die 24-Std.-Doku nach dem Drucktest steht an; alles in Ordnung und Susanne hat wieder Strom im Haus. Dann nähert sich eine Schlechtwetterfront von Innsbruck, also wieder zur Hütte, den Tag beschließen. Mein Schoko-Hase fand dann noch seine Bestimmung im Schoko-Pudding, meinem Lieblingsdessert (danke Susanne!). Dass es von Sigmar noch einen Tatra-Tee gab, muss unbedingt auch noch erwähnt werden!

Bild2 Auch wenn der Wilde-Wasser-Weg noch keine Freigabe bekam (wegen eines Felssturzes war der normale Hüttenzustieg und der Wilde-Wasser-Weg nicht begehbar), war es mal wieder ein guter Tag. Dass die Wegebauer so schnell den normalen Zustieg wieder richten konnten, haben wir auch den Pächtern Susanne und Sigmar sowie Paul, dem Schäfer, zu verdanken. Heute am Donnerstag gibt es weitere Hilfe vom DAV Leipzig. Jan ist eingetroffen, was bedeutet, dass es nachmittags mit dem Brückenaufbau losgehen kann. Vorher sind aber noch diverse andere Arbeiten zu erledigen, so eine Hütte mit ihrem Arbeitsgebiet gibt kaum Ruhe*. Weil auch das Wetter mitspielt, wird zuerst die Brücke zur Blauen Lacke aufgebaut. Es tut gut, draußen zu arbeiten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und es dauert nicht lange, bis die ersten "Fremdtester" rüber sind; frohe Gesichter, alles gut, auch wenn es später wurde.

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  *Ein Hinweis von Jan: Das Arbeitsgebiet der Sektion Leipzig ist 20 km2 groß und wir sind u.a. zuständig für die Wege im Arbeitsgebiet. Wege erhalten, Wasserrinnen freihalten, Wege markieren, Schilder kontrollieren und gegebenenfalls erneuern, Brücken auf- und abbauen, den Papierkram nicht zu vergessen ... die Liste ist lang. Der nächste Tag wird vom Brückenaufbau nahe dem Grünausee bestimmt, wir nehmen zu Dritt das noch fehlende Material für zwei Brücken mit, das Brückenholz wurde bereits im Vorjahr vom Heli abgelegt. Auch diese Arbeit ist bald erledigt und ein entspannter Rückweg zur Hütte rundet diesen Tag (fast) ab. Die Terrasse bekommt dann noch ihr Mobiliar, denn morgen ist die offizielle Eröffnung. Es ist geschafft !!

Mein Fazit: es war körperlich fordernd, lehrreich, manchmal etwas hektisch, aber schlussendlich wieder ein schönes Erlebnis auch dank des entspannten Umgangs und der harmonischen Atmosphäre untereinander. Vielleicht finden sich im nächsten Jahr ein paar interessierte Lübecker mehr ...?
Dietmar Zahn, DAV Lübeck

Edelweiss Letzte Meldung: Ausnahmezustand auf der Sulzenauhütte.

Wegen eines Unwetters und dessen Folgen musste die Hütte für Gäste geschlossen werden. Trinkwasser- und Stromversorgung waren nicht möglich! Die Wasserleitungen, die Brücke zur Blauen Lacke und das Wehr für die Stromversorgung wurden weggerissen, das Unwetter hat deutliche Schäden in der Landschaft hinterlassen. Auf die Pächter und deren Helfer kommt jetzt eine Mammutaufgabe zu. Seit dem 18. August können Gäste wieder bewirtet werden.

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